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 Pulver

Explosivstoffe sind Stoffgemische oder chemische Verbindungen, die unter Abgabe von Energie und der Entwicklung großer Gasmengen reagieren. Diese Reaktion wird Explosion genannt.

Technisch anwendbare Explosivstoffe werden wiederum als Sprengstoffe bezeichnet. Unterschieden werden nach ihrer Reaktionsgeschwindigkeit bei der Explosion

deflagrierende Sprengstoffe und
detonierende Sprengstoffe.
Pulver gehört zu den deflagrierenden Sprengstoffen. Die Deflagration ist ein beschleunigter Verbrennungsvorgang.
Der Explosionsdruck wird durch die Entstehung und Ausbreitung von Verbrennungsgasen erzeugt. In den unterschiedlichen Waffengattungen, sei es für die Jagd oder für militärische Zwecke, hat Pulver die Funktion, die Munition zu schieben.

Die Deflagration macht Pulver wenig geeignet für Sprengungen. Es ist jedoch bekannt, dass Schwarzpulver seit dem 17. Jahrhundert auch als Sprengstoff im Bergbau eingesetzt wurde.
 

Die Erfindung des Schwarzpulvers wurde in China gemacht und gelangte über den arabischen Kulturraum im späten Mittelalter nach Europa.
Es ist eine Mischung aus Kaliumnitrat, Schwefel und Holzkohle. Die Anteile der Stoffe wurden je nach Verwendungszweck verändert.
In der gängigen Zusammensetzung von

    - 65 - 75 % Kaliumnitrat
    - 10 - 15 % Schwefel
    - 15 - 20 % Holzkohle

hat Schwarzpulver eine schiefergraue Färbung und einen matten Glanz. Vor der Industrialisierung wurde es in Pulvermühlen hergestellt. Schwarzpulver war namensgebend für die Gattung flagrierender Sprengstoffe.

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Kaliumnitrat ist wasserlöslich. Die explosive Wirkung aller Schwarzpulvergemische erlag daher unter Einwirkung von Feuchtigkeit großer Einbußen. Weitere Nachteile des Schwarzpulvers waren die Rückstände im Gewehrlauf, die starke Rauchentwicklung und das ausgeprägte Mündungsfeuer.
Alle Versuche in den fabrikeigenen Laboratorien gingen in die Richtung, für verschiedene Zwecke, Waffengattungen und eine verbesserte Waffentechnik Pulversorten zu entwickeln, die wasserunempfindlich (Marine), rauchschwach, handhabungssicher und mit immer günstigeren ballistischen Eigenschaften versehen waren.

Neben Laboratorien gab es daher auf Düneberg Schießstände zur Prüfung und Sicherung der Pulverqualität.

Prüfstand 1 im Betriebsteil "Kringel" der Düneberger Pulverfabrik

Prüfstand 1 im Betriebsteil "Kringel" der Düneberger Pulverfabrik

(Foto: Karl Zabel)

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