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Max von Duttenhofer und die Düneberger Pulverfabrik

Max Wilhelm Duttenhofer wurde 1843 in Rottweil am Neckar geboren. Er war der Sohn eines Apothekers, der 1853 Teilhaber der Pulverfabrik in Rottweil wurde. Sie trug den Namen "Flaiz & Duttenhofer". Da Max die elterliche Pulvermühle mehr interessierte als die Apotheke, betrieb er zusätzlich zu einer Apothekerlehre chemische Studien an der polytechnischen Schule in Stuttgart.

Max Wilhelm Duttenhofer

Bereits mit 20 Jahren wurde er Leiter der Pulvermühle. Als der Deutsch- Französische Krieg 1870/71 der deutschen Pulverindustrie einen deutlichen Aufschwung brachte, erweiterte Duttenhofer seinen Betrieb um zwei Anlagen und wandelte die Firma in eine Aktiengesellschaft um. Vorstandsvorsitzender und Direktor der "Pulverfabrik Rottweil" wurde er selber.

Da Rottweil für das Exportgeschäft von Pulver ungünstig lag, pachtete Duttenhofer 1876 von Otto von Bismarck ein Grundstuck an der Elbe. Es waren die Besenhorster Sandberge in der Nähe des Dorfes Besenhorst, unweit der Ortschaft Geesthacht. Fünf Kilometer elbaufwärts betrieb die Gesellschaft "Alfred Nobel & Co." eine Dynamitfabrik. Bismarck selbst soll der neuen Fabrik den Namen "Düneberger Pulverfabrik" gegeben haben.

Besenhorst auf einer Karte von 1879

Besenhorst auf einer Karte von 1879

Carl Duttenhofer

Zum Leiter berief Max seinen Bruder Carl Duttenhofer, der bis 1921 erster Direktor der Düneberger Pulverfabrik war.

Carl Duttenhofer begann 1877 mit dem Aufbau der Zweigniederlassung Düneberg. 1878 begann das Exportgeschäft. Die Gesellschaft Duttenhofers trug nun den Namen "Pulverfabrik Rottweil-Hamburg".

Max Duttenhofer widmete sich ähnlich wie Alfred Nobel als Chemiker und Ingenieur der Verbesserung seiner Produkte und ihrer Herstellung und war gleichzeitig Unternehmer. Er erwarb in den folgenden Jahren sechs weitere Pulverfabriken in Süddeutschland und im Harz. Die Verkaufskontore lagen in Hamburg und in Belgrad.

Um 1882 gelang Duttenhofer die Entwicklung des braunen prismatischen Pulvers, das lange den Markt für schwere Geschütze und Schiffsartillerie beherrschte. Als 1889 die Herstellung eines Blättchenpulvers durch die Gelatinierung von Schießbaumwolle gelang, stellte Max Duttenhofer die Produktion seiner Fabriken auf das neue Verfahren um.

Lageplan der Fabrik Dünberg im Jahre 1889

Lageplan der Fabrik Dünberg im Jahre 1889

Der Einfluß Duttenhofers in der Sprengstoff- und Maschinenbauindustrie war erheblich. Er war nicht nur Aufsichtsratsvorsitzender des Generalkartells "Vereinigte Köln-Rottweiler Pulverfabriken", sondern auch Mitbegründer der "Russischen Gesellschaft für Pulverproduktion" und ähnlicher Gesellschaften in England, Holland und Japan. Er saß (u.a.) in den Vorständen der Daimler-Motoren Gesellschaft, der Mannesmannröhren-Werke und der Nobel-Dynamite- Trust Company. Der König von Württemberg verlieh ihm den persönlichen Adel.

Max von Duttenhofer starb 1903, sein Bruder Carl im Jahre 1921.

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