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Alfred Nobel & Co - Die erste Dynamitfabrik der Welt

Die Krümmeler Dynamitfabrik geht auf Alfred Nobel (1833-1896; auf dem Bild unten als junger Mann) zurück. Er gründete 1865 in den einsam gelegenen Schluchten und Sandhügeln des Geesthangs, der Krümmel genannt, zunächst eine Nitroglycerinfabrik.

Alfred Nobel

Das Gebiet war 42 Hektar groß, lag nahe der Elbe und schien weit genug von der Ortschaft Geesthacht entfernt, um Sicherheitsbedenken auszuschließen. Der Krümmel gehörte ehedem zum Gutsbezirk des Grafen Kielmannsegge.

Die Erlaubnis, Nitroglycerin zu produzieren, erteilte die Königlich-Preussische-Herzogliche Lauenburger Regierung. Es war nicht die erste Nitroglycerinfabrik Nobels, aber es war die erste, in der er die Aktienmehrheit hielt und die daher den Namen "Alfred Nobel & Co." trug.

Teilhaber der Firma waren verschiedene Hamburger Kaufleute und Finanziers, darunter das Unternehmen Wilhelm und Theodor Winkler und der Wirtschaftsjurist Dr. C. E. Bandmann. Das Büro der Firma war in der Bergstraße 10 in Hamburg untergebracht. Bei der Nitroglycerinfabrik auf dem Krümmel befand sich Nobels Laboratorium.

Die Dorfschaft Geesthacht auf einer Karte von 1754

Die Dorfschaft Geesthacht auf einer Karte von 1754

Nitroglycerin ist ein hochbrisanter Sprengstoff. Die meisten Unfälle ereigneten sich bei seiner Herstellung, bei seinem Transport und bei unsachgemäßer Handhabung.

Der französische Regisseur Henri-Georges Clouzot machte 1952 in seinem Klassiker "Lohn der Angst" (mit Yves Montand und Charles Vanel) die Gefahr des Transportes von Nitroglycerin zum Thema.

Mit dem Sprengstoff sollte in Clouzots Film das Feuer auf einem Erdölfeld zum Erlöschen gebracht werden.

Schon die erste Abbildung der Fabrikanlage läßt erkennen, dass die Gebäude zur Herstellung und Lagerung des Sprengöls auseinanderlagen und von Schutzwällen umgeben waren. Der Schaden, der bei einer Explosion entstand, blieb so auf das isolierte Gebäude beschränkt.

Kupferstich der ersten Fabrikanlage (um 1880)

Kupferstich der ersten Fabrikanlage (um 1880)

Das Transportproblem wollte Nobel umgehen, indem er in verschiedenen Ländern Nitroglycerinproduktionen gründete und sich dort jeweils sein Herstellungsverfahren patentieren ließ. Um der unsachgemäßen Handhabung des Sprengöls entgegenzuwirken, versandte Nobel genaue Beschreibungen und Gebrauchsanweisungen des Stoffes an Kunden und potentielle Abnehmer. Außerdem reiste er mit Proben zu Bergwerken und Baustellen, um Vorführungen seines Sprengstoffes zu geben. Zu seinen Interessenten gehörte natürlich auch das Militär.

Nobel hielt sich 1866 in den USA auf, als die Fabrik auf dem Krümmel zum ersten Mal explodierte. Dies war der Anlass für Nobel, seine Experimente zur Phlegmatisierung des Nitroglycerins wiederaufzunehmen. Das Ergebnis seiner Versuche in der Krümmeler Anlage war eine Mischung aus Nitroglycerin und Kieselgur. Nobel nannte den neuen Sprengstoff Dynamit und erwarb Patente zu seiner Herstellung in verschiedenen Ländern. Es folgten weitere Erfindungen, darunter 1875 die "Sprenggelatine".

Bereits 1873 verließ Nobel Deutschland und zog nach Paris. In diesem Zeitraum von 7 Jahren gründete er in Europa 14 Dynamitfabriken.

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Spendenkonto: Förderkreis Industriemuseum Geesthacht e.V.  Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg  IBAN: DE46 2305 2750 0003 0598 20

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